Zukunft

Was hält die Zukunft für uns bereit? Welche Probleme oder positiven Entwicklungen kann es geben? Wie können wir selbst unsere Zukunft zu einer besseren machen? Sowohl im FFS 2011 als auch im HWS 2011/2012 werden wir Veranstaltungen organisieren, die unter diesem Leitfragen stehen.

Anstehende Veranstaltungen:

Mittwoch | 09. November | 19 Uhr | M 003

               
"Partizipation 2.x - Der Bürger an der Maus"



Wie digital sind die deutschen Behörden?
Wann wird der technische Fortschritt des Internets im öffentlichen Sektor fühlbar?
Bringt uns e-Government wieder mehr „echte“ Demokratie...? oder laufen wir in eine unabsehbare Datenfalle?

Wir diskutieren mit:

- Dr. Herbert O. Zinell - Vorsitzender des IT-Planungsrates Deutschland, CIO Innenministerium Baden-Württemberg

- André Martens - Landesvorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg

- Wolfgang Schwab - IT Experte des öffentlichen Sektors bei SAS Deutschland

Die Moderation wird von
Prof. Dr. Ralf Daum, Professor für "Öffentliche Wirtschaft" und "Gesundheitswesen und Soziale Einrichtungen" an der DHBW Mannheim, geleitet.

Ab Mitte nächster Woche werden regelmäßig Videostatements unserer Gäste veröffentlicht. Während der Veranstaltung gibt es die Möglichkeit eigene Fragen via Twitterwall in das Podium einzubringen.

Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es bei Wein und Brezeln die Möglichkeit den Austausch fortzusetzen.

 


Vergangene Veranstaltungen

Mittwoch | 26.Oktober | 19 Uhr | M 003

          
      Latente Unzufriedenheit und das Web 2.x

Vortrag und Diskussion mit Prof. Faas von der Uni Mannheim, der sich inhaltlich an die vorangegange Podiumsdiskussion über Glanz und Elend der Social Media anschloss.


 

Mittwoch | 12.10. | 19 Uhr | EO 145

                Partizipation 2.x – ”Glanz und Elend der social media“

Der Auftakt zur Vortragsreihe Partizipation 2.x wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion
abgehalten, die sich der Erhellung eines bislang nur wenig beachtetem Themas verschrieben hat:
Partizipation im Web 2.0 – alles Glanz oder verbirgt sich hinter der Fassade etwa ein ganz anderes Bild?
Es diskutierten Herr Dr. Jürgen Buder, Markus Reiter und Dipl.-Soz. Florian L. Mayer unter der Co -Moderation von F. Schulze und M. Schuster die Probleme und Chancen, die sich aus der dynamischen Ausbreitung der Internet Medien und insbesondere der sogenannten „social media“ ergeben.
Um dem Thema etwas an Abstraktion zu nehmen versuchte das Moderatoren Team nach einer kleinen Präsentation der Gäste und des Themas die Aufmerksamkeit zunächst auf einen systematischen Ansatz lenken – wie kann das Internet wirksam genutzt werden? Mehr noch wie können die zweifellos zuhauf vorhandenen Informationen selektiert werden? In diesem Kontext geht es vor allem auch darum, wie viel man anderen Dritten bei der Auswahl der Inhalte überlässt bzw. inwieweit durch das gewaltige Sprachrohr Internet Demokratisierung vorangetrieben werden kann.
Dr. Buder verdeutlichte einführend, dass das Internet auf zwei verschiedene Art und Weisen genutzt werden kann: Einmal als „space“, also ein Raum für Wissen und Informationen, aber auch als „place“, also ein Platz für Interaktion. Diese Unterscheidung ist nach Buder wichtig, da es einmal um den Konsum von Inhalten geht, wo Selektion offenbar ein dominierendes Thema ist, wohingegen in der zweiten Dimension Dialog und Interaktion, die beispielsweise bei der Demokratisierung eine entscheidende Rolle einnehmen, den Ton angeben. Bei der reinen Informationssuche sah Buder vornehmlich die Chancen und betonte das gute Funktionieren von Internetsuchmaschinen wie Google.
Auf den „place“ bezogen stellte er heraus, dass Partizipation sich auf verschiedenen Ebenen abspielt:
1.Teilhabe (z.B. Infrastruktur), 2. Äußerungen (z.B. Ratings bei Amazon),
3. Argumentation und Diskussion, 4. Kollaboration (z.B. Wikipedia).
Hier wird das Dilemma des Internets deutlich, denn die bisherige Partizipation geht größtenteils nur bis zur dritten Stufe, d.h. der entscheidende Teil – etwas interaktiv zu gestalten – geht verloren. In logischer Konsequenz stellte Buder in seiner Analyse das gewaltige Organisationspotential heraus, betonte aber stets, dass ihm dieser Ansatz zu kurz kommt und sich das vorhandene Potential erst noch realisieren muss.
Partizipatorisch führt heute noch kein Weg an der „Straße“ vorbei.

Für Markus Reiter, Autor des kontrovers betitelten Buches Dumm 3.0, ist die Informationsflut im Internet eher ein Fluch denn ein Segen. Er befand, dass bei der quantitativen Fülle der Informationen echte qualitativ hochwertige Inhalte schlicht nicht ausreichend wahrgenommen werden können. In seinen Augen wird es auch weiterhin eine mediale Elite geben, die tonangebend bleibt. Deswegen wäre der Zerfall der alten Medien (d.h. Zeitungen, Fernsehen etc.) ein immenses Problem, weil hier Journalismus auf einer professionellen bezahlten Ebene stattfindet, wohingegen im Netz immer der
Irrglaube vorherrsche alles müsse gratis sein. Dieser Anspruch untergrabe die Ausbildung von Journalisten und insbesondere die Qualitätskontrolle.
Ferner sei das politische Motiv mancher Zeitung nicht so problematisch wie es auf den ersten Blick scheine, da ja der Leser darum wisse und die Inhalte entsprechend einordnen könne. In Bezug auf den „place“ im Internet fand Reiter ebenfalls deutlich kritische Worte, da, wie er sagte, Partizipation stark übertrieben dargestellt wird. So gäbe es beispielsweise Schätzungen, dass bei Wikipedia nur wenige Hundert Menschen für den Großteil der Inhalte verantwortlich seien, die noch dazu eine hohe Fluktuation besäßen, da sie keine Standards setzten, sondern bereits morgen wieder hinfällig sein könnten.
In etwas anderer Weise könnten die Ereignisse in Nordafrika beurteilt werden. Dort war das Internet ebenso wenig ein partizipatorisches Element, sondern vielmehr katalytisches Mittel zum Zweck, d.h. die Menschen nutzten das Internet nur zur Kommunikation, nicht aber um sich wirklich zu emanzipieren.
Dr. Mayers Befund an dieser Stelle richtete sich vor allem an die dem „Neuen“ innewohnende Skepsis gepaart mit übertriebenen Erwartungen. Um dem Thema etwas die Schärfe zu nehmen, zitiert er an diese Stelle einen Historiker: „Alles sind neue Medien“. In diesem Zitat wird der Umfang möglicher Fehleinschätzungen, die bei noch wenig bekannten Dingen auftreten können, deutlich. Ein historisches Beispiel wäre hier die Angst um das gesprochene Wort, die mit der Verbreitung des Buchdrucks einherging. Mayer konstatierte völlig zurecht, dass heute immer noch gesprochen und (wenn auch etwas weniger) auswendig gelernt wird und nicht wie man damals befürchtete sich alles auf das Lesen beschränkt. In der konkreten Beurteilung des Internets kritisierte Mayer, dass die „Schwarmintelligenz“ – die Intelligenz die aus dem Zusammenwirken verschiedener Individuen – im Netz gemeinhin überschätzt wird, da im Netz wie auch in konventionellen Medien nur einige wenige Eliten den Ton angeben. Hier sei zur Verdeutlichung die Lorenzkurve, ein Maß für relative Konzentration, zu benennen, wonach viele konsumierten oder alltägliches veröffentlichten, um sich selber Gehör und Anerkennung zu verschaffen, aber nur wenige Eliten sich für Inhalte stark machten, was diese wenigen automatisch überrepräsentiert.
Maßgeblich für diese Einschätzung seien Zahlen die besagten, dass die Blogging- und
Twitteraktivitäten in der Masse bereits zurückgingen. Dies sei auch ein Ausdruck für die allgemeine Kurzlebigkeit des Internets. Insgesamt bleibt auch hier das Internet nur ein Mittel zum Zweck, d.h. es kommt nicht über eine Stufe der simplen Kommunikation hinaus.
Der zweite wichtige Punkt auf der Agenda des Abends war die Rolle der Anonymität im Internet.
Unsere Moderatoren wollten wissen, welche Auswirkung Anonymität also solches auf das Verhalten der Nutzer hat, aber auch welche Chancen die Datensammlungen von Internetriesen wie Amazon bieten, die aufgrund ihrer Kenntnisse persönlich zugeschnittene Pakete schnüren, d.h. konkrete Angebote unterbreiten, die für den Individuellen Nutzer Relevanz besitzen. In diesem Kontext kam die Diskussionsrunde schließlich auch noch auf das Thema Validität von Informationen zu sprechen. Es
wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht die Suche nach Relevanz auch die Macht verleiht, gezielte Falschinformationen zu liefern.
Reiter rückte bei dem Thema Anonymität vor allem das Verschmelzen von Privatsphäre und Öffentlichkeit in den Fokus. Wenn „gerotzt und gemeckert“ wird ist das privat und es geht darum kurz Anerkennung und „Schulterklopfen“ für die eigene Befindlichkeit zu bekommen, was auch nicht illegitim ist, aber was passiert wenn „rotzen und meckern“ auf der Mikroebene plötzlich öffentlich wird und auch bleibt?
Führt dies dann auch zu öffentlichen „Schulterklopfen“ und lässt somit manche höchst fragwürdige Äußerung z.B. rassistischer Natur salonfähig erscheinen? An dieser Stelle muss die Frage gestellt werden, ob das wirklich gewollt ist und ob das Risiko, dass solche Ansichten bindend werden billigend in Kauf genommen werden kann. Keiner muss sich auf das Stammtischgehabe einlassen, es kann jeder genauso gut gezielt nach Informationen suchen, doch auch hier besteht die Gefahr einer zunehmenden Einengung des Blickfelds. Man schaue sich beispielsweise einen systematischen Suchalgorithmus an, der knallhart nach Relevanz urteilt und dadurch eine Öffnung für zufälliges Neues
gewissermaßen unterminiert. Deswegen sieht Reiter einen Trend bei Onlinemedien, wo Qualität allmählich abnimmt und nur noch von dem was populär ist und sich verkaufen lässt berichtet wird.
In dieser Frage stellte Jürgen Buder einen Gegenpol zu der von Reiter vorgetragenen These dar und erklärte das Verhalten in einer anonymen Situation aus einem psychologischen Ansatz heraus. Leute passen sich demnach immer der Norm einer Gruppe an, weil hier die Chance, dass einem auf die Schulter geklopft wird eben am größten ist. Es findet also keine exzessive Verbreitung von tabuisierten Themen statt, nur weil man plötzlich in der Lage ist sich anonym wie nie zuvor zu äußern.
Auch bei der Verwendung von Ratingsystemen und Suchmaschinen muss man nicht überkritisch sein, sondern kann diese durchaus als wertvolle Empfehlung interpretieren. Allerdings ist ein vordergründiges Bewusstsein für das, was tatsächlich gemacht wird von entscheidender Bedeutung; deswegen ist die eigentliche Baustelle nicht ein ungezügeltes Internet, sondern vielmehr die Bildung der Nutzer. Abschließend zeigt dies wiederholt, dass sich bislang der Partizipationsrahmen im Internet lediglich auf bis auf Stufe drei ausdehnen lässt, d.h. wirklich Kollaboration sowie das Voranbringen
konkreter Projekte sind nach wie vor vom „impact“ her beurteilt nicht möglich.

„Kognitive Dissonanz“ war für Florian Mayer ein bestimmendes Wort. Wir suchen nur die
Informationen, die zu uns passen. Demnach hat das Thema Anonymität nur eine untergeordnete Bedeutung, da es vornehmlich darum geht sich selber auszuleben. Das hat zur Folge, dass sich die meisten Individuen Bereiche aussuchen, in denen sie persönliche Erfüllung finden; z.B. bei Facebook, dort geht es nicht darum Meinungen zu bilden oder relevante Informationen zu verbreiten, sondern vielmehr um Anerkennung, die sich jeder Nutzer ganz einfach in Form von „Likes“ oder anerkennenden Kommentaren verdienen kann. Dahingehend ist letztlich nicht allzu viel zu erwarten, denn mögliche Potentiale sind nicht steuerbar und hängen hier ausschließlich vom Einzelnen ab, die
sich selber auf die Suche nach „mehr“ begeben müssen. Eine solche Suche kann nach Mayer durchaus erfolgreich sein. Er geht im Gegensatz zu Buder und Reiter davon aus, dass auch im Internet wissenschaftliche Routinen zu finden sind. Hier ist besonders Wikipedia anzuführen, was als Online Lexikon durchaus über Kontrollen verfügt und somit die Veröffentlichung von dubiosem unterbindet. Folglich bietet das Internet eine Fülle an Chancen was die Stillung des Informationsdurstes angeht, man muss jedoch bei den Erwartungen an die „social media“ und die daran gekoppelten Hoffnungen in Bezug auf Demokratisierung und Partizipation vorsichtig sein, da die „social media“ keine solide
Öffentlichkeit im herkömmlichen Sinne bilden, sondern vielmehr einen Mikrokosmos für den
Redebedarf des Einzelnen.


Das Resümee einer für ca. 120 Studenten höchst unterhaltsamen Podiumsdiskussion ist, dass „social media“ eine noch neue und zurzeit medial aufgebauschte Gattung sind, die sich in einem ganz eigenen Raum und nicht wie teils fälschlich behauptet in der breiten Öffentlichkeit abspielt. Die Inhalte dienen vornehmlich der Befriedigung des Kommunikationsbedürfnisses des Einzelnen und nicht wirklich der Partizipation oder gar der Demokratisierung. Man kann gewissermaßen behaupten, dass wenn Stimmen weit gehört werden handelt es sich oft immer noch um das starke Wort einzelner Eliten und nicht um die Meinung des Bäckers von neben an.
Aber man sollte auch nicht alles auf die Befriedigung von Einzelbedürfnissen reduzieren, denn es wurde nicht nur eingeräumt, sondern hat sich auch tatsächlich so erwiesen, dass soziale Medien als Kommunikationsmedium, was ja auch Teil ihrer Aufgabe ist, durchaus zu gebrauchen sind. Dies verdeutlichen auch Demokratisierungsbewegungen in Nordafrika. Die zweite Dimension des Internets, der „space“ bietet gleichermaßen Chancen und Risiken. So waren die Ansichten der Diskutanten in der Frage, ob die Qualität der Informationen zunimmt oder nicht höchst heterogen. Einerseits besteht das Risiko, dass die gesteuerte Suche das Blickspektrum reduziert und die Dominanz von gratis
Inhalten den professionellen Journalismus aussterben lässt. Andererseits wurde auch betont, dass die Vielfalt da ist, aber dass man sie auch finden muss und da ist es wiederum entscheidend einen informierten Nutzer zu haben. Insgesamt bleibt also abzuwarten was die Zukunft bringt.


              

Dienstag | 04.10. | 19 Uhr | EO 145

  "Die Krise der europäischen Währungsunion
             aus historischer Perspektive"
                          
mit Prof. Guido Thiemeyer


Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion befindet sich zur Zeit in einer tiefen Krise. Die Schuldenlast vieler Mitgliedsländer des Euros erzeugt nicht nur eine finanzielle
sondern auch ein große Politische Krise.
In vielen Mitgliedsländer wird wieder der Euro
und sogar die Europäische Idee infrage gestellt.

Um diese Situation bewerten zu können, gab uns der Historiker Prof. Thiemeyer einen Überblick über die „tiefer liegenden Kräfte“ der Entwicklung der Währungsunion. Er stellte dabei die drei Aspekte der Märkte, der politischen Einflussnahme und der deutschen Frage in den Vordergrund.

Märkte

Die Währungsmärkte hätten einen natürlichen Drang zu Monopolen, daher hätten
sich bei der ersten Globalisierungswelle nach der industriellen Revolution im 19. Jhd.
erste vom Markt herbeigeführte quasi „Währungsunionen“ gebildet. Welche Währung
sich dabei als Leitwährung herausstellte, wäre dabei vor allem von der Größe ihres
Wirtschaftsraumes und ihrer Stabilität abhängig gewesen. Beispiele hierfür sind. Hierbei
sei vor allem der Goldstandard zu erwähnen. Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges
endete die erste Globalisierungswelle und auch diese „Währungsunionen“.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Doller als Leitwährung in der Welt durch.
Dies wäre auch durch die Festlegung von festen Wechselkurse bei der Konferenz von
Bretton Woods verstärkt worden, welche bis 1973 bestand hatten. In Europa hätte sich ab
den 60/70er Jahren die D-Mark als Leitwährung durchgesetzt.

Politische Einflussnahme

Bis zum 1. Weltkrieg wäre Europa das politische Zentrum der Welt gewesen.
Nach diesem hätte es aber stark an Bedeutung verloren Um sich gegenüber der
USA und der UDSSR behaupten zu können hätten sich die europäischen Nationen
zusammenschließen müssen. Dabei hätte insbesondere die Idee der europäischen
Sozialdemokraten eines Dritten Weges (Soziale Marktwirtschaft) zwischen den
Amerikanischen Kapitalismus und dem Sowjetischen Sozialismus eine große Rolle
gespielt. Eine große Rolle bei der Einigung Europas spielten externe Bedrohungen, etwa
militärisch durch den Ostblock oder wirtschaftlich durch aufstrebende Wirtschaftsmächte
wie China oder Indien. Diesen Bedrohungen könnte das „alte Europa“ nur durch
Kooperation begegnen.

Auch könnten viele große Unternehmungen, wie die Raumfahrt oder den
Flugzeugbau von keinem einzelnen Land finanzieren, weshalb multinationale europäische
Konzerne wie EADS gegründet würden.

Durch den Zusammenbruch der Bretton-Woods Währungskurse durch die
aus Amerika nach Europa importierte Inflation, hätte Europa vom Dollar und der
amerikanischen Wirtschaftspolitik unabhängiger werden wollen. Zusätzlich gab es in
Frankreich einen Wunsch nach einer „Weltwährung“, der durch den Euro erfüllt werden
sollte.

Die deutsche Frage

Die sogenannte „Deutsche Frage spielte eine herausragende Rolle in der
europäischen Geschichte. Durch die Größe und wirtschaftliche Kraft Deutschland
hätte dieses in Europa eine halb hegemoniale Stellung inne, welche von den anderen
europäischen Staaten als Bedrohung ihrer eigenen Souveränität angesehen würde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die deutsche Teilung nicht allein ein Resultat des
beginnenden Kalten Krieges sondern auch ein Versuch Deutschlands Vormachtstellung
zu schwächen. Auch die Einbindung Deutschlands in die Nato und EU sollte eine
erneute Hegemonialmacht Deutschland durch verhindern. Man hätte dadurch versucht
Deutschland einzubinden anstatt wie im ersten Weltkrieg zu schwächen, was von vielen
Deutschen als Demütigung angesehen wurde und so ein Grund für den zweiten Weltkrieg
war.

Die D-Mark hätte sich sich in den 60/70 Jahren zu einer Leitwährung in Europa
entwickelt, Trotzdem wäre Deutschland zu schwach für eine wirkliche Weltwährung
gewesen, uns so konnte Deutschland im Verbund mehr Einfluss bekommen.

Heute würde, von der deutschen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, wieder
international über die Deutsche Frage diskutiert. Dabei würde vor allem die Rolle in der
Krise kritisiert. Die deutsche Politik stehe vor der Herausforderung einerseits die von
ihr erwartete Führungsrolle einzunehmen und andererseits die anderen Länder nicht zu
bevormunden.

Insgesamt bestehe momentan in Europa der Konflikt zwischen einer ökonomischen
Lösung und dem „Primat der Politik“, also einer politischen Lösung der Schuldenkrise.
So würden einerseits ökonomisch sinnvolle Lösungen politisch nicht gewollte Resultate aber
andererseits politisch gewollte Lösungen ökonomische Probleme hervorrufen. So könnte
ein Austritt Griechenlands aus der EU die ökonomischen Probleme vielleicht lösen, hätte
aber einen politisch nicht gewollten Bruch in der EU zur Folge.
 

Montag | 19.09. | 19 Uhr | M 003

"Vereinigte Staaten von Europa-
         Brauchen wir eine politische Identität ?"


Heiße Debatten um finanzielle Rettungsschirme, Eurobonds und eine Fiskalunion dominieren das Geschehen. Dabei spielt die Frage der Europäischen Identität eine zentrale Rolle, obwohl ihr in den Medien, der Politik und der Gesellschaft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.

Vortrag mit Prof. Furio Cerutti aus Florenz, Italien

[Karikatur: Hans-Günther Glaser, www.glasergrafik.de


Afghanistan - Land des Friedens, Land des Schwerts?


Teil I - Eröffnung der Fotoausstellung

Am 14. April eröffnete der Fotograf Steffen Diemer seine Ausstellung im EO-Trakt und berichtete von den Erfahrungen und Eindrücken seiner Afghanistanreisen.

Bei
 
FORUMonline gibt es einen Artikel und weitere Bilder dazu. 

[Bild: Universität Mannheim]


Teil II - Podiumsdiskussion 

Am Dienstag den 3. Mai fand eine Podiumsdiskussion mit Hauke Friederichs(ZEITOnline) und Cornelius Friesendorf (Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung) statt. Trotz kurzfristiger Absage des 3. Diskutanten konnten die Zuhörer einem interessanten Austausch der beiden Afghanistan-Erfahrenen beiwohnen. Beide berichteten von unterschiedlichen Reisen im Land, teils mit Militär, teils mit Hilfseinrichtungen.
Einig waren sie sich in ihrer Kritik an den vorherrschenden Zuständen und- leider- in ihren düsteren Prognosen für die nähere Zukunft Afghanistans.