Vergangene Veranstaltungen
Mittwoch | 26.Oktober | 19 Uhr | M 003
Latente Unzufriedenheit und das Web 2.x
Vortrag und Diskussion mit Prof. Faas von der Uni
Mannheim, der sich inhaltlich an die vorangegange Podiumsdiskussion über
Glanz und Elend der Social Media anschloss.
Mittwoch |
12.10. | 19 Uhr | EO 145
Partizipation 2.x – ”Glanz und Elend der social media“
Der Auftakt zur Vortragsreihe Partizipation 2.x wurde im Rahmen einer
Podiumsdiskussion
abgehalten, die sich der Erhellung eines bislang nur wenig beachtetem Themas
verschrieben hat:
Partizipation im Web 2.0 – alles Glanz oder verbirgt sich hinter der Fassade
etwa ein ganz anderes Bild?
Es diskutierten Herr Dr. Jürgen Buder, Markus Reiter und Dipl.-Soz. Florian L.
Mayer unter der Co -Moderation von F. Schulze und M. Schuster die Probleme und
Chancen, die sich aus der dynamischen Ausbreitung der Internet Medien und
insbesondere der sogenannten „social media“ ergeben.
Um dem Thema etwas an Abstraktion zu nehmen versuchte das Moderatoren Team nach
einer kleinen Präsentation der Gäste und des Themas die Aufmerksamkeit zunächst
auf einen systematischen Ansatz lenken – wie kann das Internet wirksam genutzt
werden? Mehr noch wie können die zweifellos zuhauf vorhandenen Informationen
selektiert werden? In diesem Kontext geht es vor allem auch darum, wie viel man
anderen Dritten bei der Auswahl der Inhalte überlässt bzw. inwieweit durch das
gewaltige Sprachrohr Internet Demokratisierung vorangetrieben werden kann.
Dr. Buder verdeutlichte einführend, dass das Internet auf zwei verschiedene Art
und Weisen genutzt werden kann: Einmal als „space“, also ein Raum für Wissen und
Informationen, aber auch als „place“, also ein Platz für Interaktion. Diese
Unterscheidung ist nach Buder wichtig, da es einmal um den Konsum von Inhalten
geht, wo Selektion offenbar ein dominierendes Thema ist, wohingegen in der
zweiten Dimension Dialog und Interaktion, die beispielsweise bei der
Demokratisierung eine entscheidende Rolle einnehmen, den Ton angeben. Bei der
reinen Informationssuche sah Buder vornehmlich die Chancen und betonte das gute
Funktionieren von Internetsuchmaschinen wie Google.
Auf den „place“ bezogen stellte er heraus, dass Partizipation sich auf
verschiedenen Ebenen abspielt:
1.Teilhabe (z.B. Infrastruktur), 2. Äußerungen (z.B. Ratings bei Amazon),
3. Argumentation und Diskussion, 4. Kollaboration (z.B. Wikipedia).
Hier wird das Dilemma des Internets deutlich, denn die bisherige Partizipation
geht größtenteils nur bis zur dritten Stufe, d.h. der entscheidende Teil – etwas
interaktiv zu gestalten – geht verloren. In logischer Konsequenz stellte Buder
in seiner Analyse das gewaltige Organisationspotential heraus, betonte aber
stets, dass ihm dieser Ansatz zu kurz kommt und sich das vorhandene Potential
erst noch realisieren muss.
Partizipatorisch führt heute noch kein Weg an der „Straße“ vorbei.
Für Markus Reiter, Autor des kontrovers betitelten Buches Dumm 3.0, ist die
Informationsflut im Internet eher ein Fluch denn ein Segen. Er befand, dass bei
der quantitativen Fülle der Informationen echte qualitativ hochwertige Inhalte
schlicht nicht ausreichend wahrgenommen werden können. In seinen Augen wird es
auch weiterhin eine mediale Elite geben, die tonangebend bleibt. Deswegen wäre
der Zerfall der alten Medien (d.h. Zeitungen, Fernsehen etc.) ein immenses
Problem, weil hier Journalismus auf einer professionellen bezahlten Ebene
stattfindet, wohingegen im Netz immer der
Irrglaube vorherrsche alles müsse gratis sein. Dieser Anspruch untergrabe die
Ausbildung von Journalisten und insbesondere die Qualitätskontrolle.
Ferner sei das politische Motiv mancher Zeitung nicht so problematisch wie es
auf den ersten Blick scheine, da ja der Leser darum wisse und die Inhalte
entsprechend einordnen könne. In Bezug auf den „place“ im Internet fand Reiter
ebenfalls deutlich kritische Worte, da, wie er sagte, Partizipation stark
übertrieben dargestellt wird. So gäbe es beispielsweise Schätzungen, dass bei
Wikipedia nur wenige Hundert Menschen für den Großteil der Inhalte
verantwortlich seien, die noch dazu eine hohe Fluktuation besäßen, da sie keine
Standards setzten, sondern bereits morgen wieder hinfällig sein könnten.
In etwas anderer Weise könnten die Ereignisse in Nordafrika beurteilt werden.
Dort war das Internet ebenso wenig ein partizipatorisches Element, sondern
vielmehr katalytisches Mittel zum Zweck, d.h. die Menschen nutzten das Internet
nur zur Kommunikation, nicht aber um sich wirklich zu emanzipieren.
Dr. Mayers Befund an dieser Stelle richtete sich vor allem an die dem „Neuen“
innewohnende Skepsis gepaart mit übertriebenen Erwartungen. Um dem Thema etwas
die Schärfe zu nehmen, zitiert er an diese Stelle einen Historiker: „Alles sind
neue Medien“. In diesem Zitat wird der Umfang möglicher Fehleinschätzungen, die
bei noch wenig bekannten Dingen auftreten können, deutlich. Ein historisches
Beispiel wäre hier die Angst um das gesprochene Wort, die mit der Verbreitung
des Buchdrucks einherging. Mayer konstatierte völlig zurecht, dass heute immer
noch gesprochen und (wenn auch etwas weniger) auswendig gelernt wird und nicht
wie man damals befürchtete sich alles auf das Lesen beschränkt. In der konkreten
Beurteilung des Internets kritisierte Mayer, dass die „Schwarmintelligenz“ – die
Intelligenz die aus dem Zusammenwirken verschiedener Individuen – im Netz
gemeinhin überschätzt wird, da im Netz wie auch in konventionellen Medien nur
einige wenige Eliten den Ton angeben. Hier sei zur Verdeutlichung die
Lorenzkurve, ein Maß für relative Konzentration, zu benennen, wonach viele
konsumierten oder alltägliches veröffentlichten, um sich selber Gehör und
Anerkennung zu verschaffen, aber nur wenige Eliten sich für Inhalte stark
machten, was diese wenigen automatisch überrepräsentiert.
Maßgeblich für diese Einschätzung seien Zahlen die besagten, dass die Blogging-
und
Twitteraktivitäten in der Masse bereits zurückgingen. Dies sei auch ein Ausdruck
für die allgemeine Kurzlebigkeit des Internets. Insgesamt bleibt auch hier das
Internet nur ein Mittel zum Zweck, d.h. es kommt nicht über eine Stufe der
simplen Kommunikation hinaus.
Der zweite wichtige Punkt auf der Agenda des Abends war die Rolle der Anonymität
im Internet.
Unsere Moderatoren wollten wissen, welche Auswirkung Anonymität also solches auf
das Verhalten der Nutzer hat, aber auch welche Chancen die Datensammlungen von
Internetriesen wie Amazon bieten, die aufgrund ihrer Kenntnisse persönlich
zugeschnittene Pakete schnüren, d.h. konkrete Angebote unterbreiten, die für den
Individuellen Nutzer Relevanz besitzen. In diesem Kontext kam die
Diskussionsrunde schließlich auch noch auf das Thema Validität von Informationen
zu sprechen. Es
wurde die Frage aufgeworfen, ob nicht die Suche nach Relevanz auch die Macht
verleiht, gezielte Falschinformationen zu liefern.
Reiter rückte bei dem Thema Anonymität vor allem das Verschmelzen von
Privatsphäre und Öffentlichkeit in den Fokus. Wenn „gerotzt und gemeckert“ wird
ist das privat und es geht darum kurz Anerkennung und „Schulterklopfen“ für die
eigene Befindlichkeit zu bekommen, was auch nicht illegitim ist, aber was
passiert wenn „rotzen und meckern“ auf der Mikroebene plötzlich öffentlich wird
und auch bleibt?
Führt dies dann auch zu öffentlichen „Schulterklopfen“ und lässt somit manche
höchst fragwürdige Äußerung z.B. rassistischer Natur salonfähig erscheinen? An
dieser Stelle muss die Frage gestellt werden, ob das wirklich gewollt ist und ob
das Risiko, dass solche Ansichten bindend werden billigend in Kauf genommen
werden kann. Keiner muss sich auf das Stammtischgehabe einlassen, es kann jeder
genauso gut gezielt nach Informationen suchen, doch auch hier besteht die Gefahr
einer zunehmenden Einengung des Blickfelds. Man schaue sich beispielsweise einen
systematischen Suchalgorithmus an, der knallhart nach Relevanz urteilt und
dadurch eine Öffnung für zufälliges Neues
gewissermaßen unterminiert. Deswegen sieht Reiter einen Trend bei Onlinemedien,
wo Qualität allmählich abnimmt und nur noch von dem was populär ist und sich
verkaufen lässt berichtet wird.
In dieser Frage stellte Jürgen Buder einen Gegenpol zu der von Reiter
vorgetragenen These dar und erklärte das Verhalten in einer anonymen Situation
aus einem psychologischen Ansatz heraus. Leute passen sich demnach immer der
Norm einer Gruppe an, weil hier die Chance, dass einem auf die Schulter geklopft
wird eben am größten ist. Es findet also keine exzessive Verbreitung von
tabuisierten Themen statt, nur weil man plötzlich in der Lage ist sich anonym
wie nie zuvor zu äußern.
Auch bei der Verwendung von Ratingsystemen und Suchmaschinen muss man nicht
überkritisch sein, sondern kann diese durchaus als wertvolle Empfehlung
interpretieren. Allerdings ist ein vordergründiges Bewusstsein für das, was
tatsächlich gemacht wird von entscheidender Bedeutung; deswegen ist die
eigentliche Baustelle nicht ein ungezügeltes Internet, sondern vielmehr die
Bildung der Nutzer. Abschließend zeigt dies wiederholt, dass sich bislang der
Partizipationsrahmen im Internet lediglich auf bis auf Stufe drei ausdehnen
lässt, d.h. wirklich Kollaboration sowie das Voranbringen
konkreter Projekte sind nach wie vor vom „impact“ her beurteilt nicht möglich.
„Kognitive Dissonanz“ war für Florian Mayer ein bestimmendes Wort. Wir suchen
nur die
Informationen, die zu uns passen. Demnach hat das Thema Anonymität nur eine
untergeordnete Bedeutung, da es vornehmlich darum geht sich selber auszuleben.
Das hat zur Folge, dass sich die meisten Individuen Bereiche aussuchen, in denen
sie persönliche Erfüllung finden; z.B. bei Facebook, dort geht es nicht darum
Meinungen zu bilden oder relevante Informationen zu verbreiten, sondern vielmehr
um Anerkennung, die sich jeder Nutzer ganz einfach in Form von „Likes“ oder
anerkennenden Kommentaren verdienen kann. Dahingehend ist letztlich nicht allzu
viel zu erwarten, denn mögliche Potentiale sind nicht steuerbar und hängen hier
ausschließlich vom Einzelnen ab, die
sich selber auf die Suche nach „mehr“ begeben müssen. Eine solche Suche kann
nach Mayer durchaus erfolgreich sein. Er geht im Gegensatz zu Buder und Reiter
davon aus, dass auch im Internet wissenschaftliche Routinen zu finden sind. Hier
ist besonders Wikipedia anzuführen, was als Online Lexikon durchaus über
Kontrollen verfügt und somit die Veröffentlichung von dubiosem unterbindet.
Folglich bietet das Internet eine Fülle an Chancen was die Stillung des
Informationsdurstes angeht, man muss jedoch bei den Erwartungen an die „social
media“ und die daran gekoppelten Hoffnungen in Bezug auf Demokratisierung und
Partizipation vorsichtig sein, da die „social media“ keine solide
Öffentlichkeit im herkömmlichen Sinne bilden, sondern vielmehr einen Mikrokosmos
für den
Redebedarf des Einzelnen.
Das Resümee einer für ca. 120 Studenten höchst unterhaltsamen Podiumsdiskussion
ist, dass „social media“ eine noch neue und zurzeit medial aufgebauschte Gattung
sind, die sich in einem ganz eigenen Raum und nicht wie teils fälschlich
behauptet in der breiten Öffentlichkeit abspielt. Die Inhalte dienen vornehmlich
der Befriedigung des Kommunikationsbedürfnisses des Einzelnen und nicht wirklich
der Partizipation oder gar der Demokratisierung. Man kann gewissermaßen
behaupten, dass wenn Stimmen weit gehört werden handelt es sich oft immer noch
um das starke Wort einzelner Eliten und nicht um die Meinung des Bäckers von
neben an.
Aber man sollte auch nicht alles auf die Befriedigung von Einzelbedürfnissen
reduzieren, denn es wurde nicht nur eingeräumt, sondern hat sich auch
tatsächlich so erwiesen, dass soziale Medien als Kommunikationsmedium, was ja
auch Teil ihrer Aufgabe ist, durchaus zu gebrauchen sind. Dies verdeutlichen
auch Demokratisierungsbewegungen in Nordafrika. Die zweite Dimension des
Internets, der „space“ bietet gleichermaßen Chancen und Risiken. So waren die
Ansichten der Diskutanten in der Frage, ob die Qualität der Informationen
zunimmt oder nicht höchst heterogen. Einerseits besteht das Risiko, dass die
gesteuerte Suche das Blickspektrum reduziert und die Dominanz von gratis
Inhalten den professionellen Journalismus aussterben lässt. Andererseits wurde
auch betont, dass die Vielfalt da ist, aber dass man sie auch finden muss und da
ist es wiederum entscheidend einen informierten Nutzer zu haben. Insgesamt
bleibt also abzuwarten was die Zukunft bringt.
Dienstag |
04.10. | 19 Uhr | EO 145
"Die Krise der europäischen
Währungsunion
aus historischer
Perspektive"
mit Prof. Guido Thiemeyer
Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion befindet sich zur Zeit in
einer tiefen Krise. Die Schuldenlast vieler Mitgliedsländer des Euros
erzeugt nicht nur eine finanzielle
sondern auch ein große Politische Krise.
In vielen Mitgliedsländer wird wieder der Euro
und sogar die Europäische Idee infrage gestellt.
Um diese Situation bewerten zu können, gab uns der Historiker Prof.
Thiemeyer einen Überblick über die „tiefer liegenden Kräfte“ der
Entwicklung der Währungsunion. Er stellte dabei die drei Aspekte der
Märkte, der politischen Einflussnahme und der deutschen Frage in den
Vordergrund.
Märkte
Die Währungsmärkte hätten einen natürlichen Drang zu Monopolen, daher
hätten
sich bei der ersten Globalisierungswelle nach der industriellen
Revolution im 19. Jhd.
erste vom Markt herbeigeführte quasi „Währungsunionen“ gebildet. Welche
Währung
sich dabei als Leitwährung herausstellte, wäre dabei vor allem von der
Größe ihres
Wirtschaftsraumes und ihrer Stabilität abhängig gewesen. Beispiele
hierfür sind. Hierbei
sei vor allem der Goldstandard zu erwähnen. Mit dem Ausbruch des ersten
Weltkrieges
endete die erste Globalisierungswelle und auch diese „Währungsunionen“.
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Doller als Leitwährung in der
Welt durch.
Dies wäre auch durch die Festlegung von festen Wechselkurse bei der
Konferenz von
Bretton Woods verstärkt worden, welche bis 1973 bestand hatten. In
Europa hätte sich ab
den 60/70er Jahren die D-Mark als Leitwährung durchgesetzt.
Politische Einflussnahme
Bis zum 1. Weltkrieg wäre Europa das politische Zentrum der Welt
gewesen.
Nach diesem hätte es aber stark an Bedeutung verloren Um sich gegenüber
der
USA und der UDSSR behaupten zu können hätten sich die europäischen
Nationen
zusammenschließen müssen. Dabei hätte insbesondere die Idee der
europäischen
Sozialdemokraten eines Dritten Weges (Soziale Marktwirtschaft) zwischen
den
Amerikanischen Kapitalismus und dem Sowjetischen Sozialismus eine große
Rolle
gespielt. Eine große Rolle bei der Einigung Europas spielten externe
Bedrohungen, etwa
militärisch durch den Ostblock oder wirtschaftlich durch aufstrebende
Wirtschaftsmächte
wie China oder Indien. Diesen Bedrohungen könnte das „alte Europa“ nur
durch
Kooperation begegnen.
Auch könnten viele große Unternehmungen, wie die Raumfahrt oder den
Flugzeugbau von keinem einzelnen Land finanzieren, weshalb
multinationale europäische
Konzerne wie EADS gegründet würden.
Durch den Zusammenbruch der Bretton-Woods Währungskurse durch die
aus Amerika nach Europa importierte Inflation, hätte Europa vom Dollar
und der
amerikanischen Wirtschaftspolitik unabhängiger werden wollen. Zusätzlich
gab es in
Frankreich einen Wunsch nach einer „Weltwährung“, der durch den Euro
erfüllt werden
sollte.
Die deutsche Frage
Die sogenannte „Deutsche Frage spielte eine herausragende Rolle in der
europäischen Geschichte. Durch die Größe und wirtschaftliche Kraft
Deutschland
hätte dieses in Europa eine halb hegemoniale Stellung inne, welche von
den anderen
europäischen Staaten als Bedrohung ihrer eigenen Souveränität angesehen
würde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die deutsche Teilung nicht allein ein
Resultat des
beginnenden Kalten Krieges sondern auch ein Versuch Deutschlands
Vormachtstellung
zu schwächen. Auch die Einbindung Deutschlands in die Nato und EU sollte
eine
erneute Hegemonialmacht Deutschland durch verhindern. Man hätte dadurch
versucht
Deutschland einzubinden anstatt wie im ersten Weltkrieg zu schwächen,
was von vielen
Deutschen als Demütigung angesehen wurde und so ein Grund für den
zweiten Weltkrieg
war.
Die D-Mark hätte sich sich in den 60/70 Jahren zu einer Leitwährung in
Europa
entwickelt, Trotzdem wäre Deutschland zu schwach für eine wirkliche
Weltwährung
gewesen, uns so konnte Deutschland im Verbund mehr Einfluss bekommen.
Heute würde, von der deutschen Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, wieder
international über die Deutsche Frage diskutiert. Dabei würde vor allem
die Rolle in der
Krise kritisiert. Die deutsche Politik stehe vor der Herausforderung
einerseits die von
ihr erwartete Führungsrolle einzunehmen und andererseits die anderen
Länder nicht zu
bevormunden.
Insgesamt bestehe momentan in Europa der Konflikt zwischen einer
ökonomischen
Lösung und dem „Primat der Politik“, also einer politischen Lösung der
Schuldenkrise.
So würden einerseits ökonomisch sinnvolle Lösungen politisch nicht
gewollte Resultate aber
andererseits politisch gewollte Lösungen ökonomische Probleme
hervorrufen. So könnte
ein Austritt Griechenlands aus der EU die ökonomischen Probleme
vielleicht lösen, hätte
aber einen politisch nicht gewollten Bruch in der EU zur Folge.
Montag
| 19.09. | 19 Uhr | M 003

"Vereinigte Staaten von Europa-
Brauchen wir eine politische
Identität ?"
Heiße Debatten um finanzielle Rettungsschirme, Eurobonds und eine
Fiskalunion dominieren das Geschehen. Dabei spielt die Frage der
Europäischen Identität eine zentrale Rolle, obwohl ihr in den Medien,
der Politik und der Gesellschaft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Vortrag mit Prof. Furio Cerutti aus
Florenz, Italien
[Karikatur: Hans-Günther Glaser,
www.glasergrafik.de
Afghanistan - Land des Friedens, Land des Schwerts?

Teil I - Eröffnung der Fotoausstellung
Am 14. April eröffnete der
Fotograf Steffen Diemer seine Ausstellung im EO-Trakt und berichtete von
den Erfahrungen und Eindrücken seiner Afghanistanreisen.
Bei FORUMonline gibt
es einen Artikel und weitere Bilder dazu.
[Bild: Universität Mannheim]
Teil
II - Podiumsdiskussion
Am Dienstag den 3. Mai fand eine
Podiumsdiskussion mit Hauke
Friederichs(ZEITOnline) und Cornelius Friesendorf (Hessische Stiftung
für Friedens- und Konfliktforschung) statt.
Trotz kurzfristiger Absage des 3. Diskutanten konnten die Zuhörer einem
interessanten Austausch der beiden Afghanistan-Erfahrenen beiwohnen.
Beide berichteten von unterschiedlichen Reisen im Land, teils mit
Militär, teils mit Hilfseinrichtungen.
Einig waren sie sich in ihrer Kritik an den vorherrschenden Zuständen
und- leider- in ihren düsteren Prognosen für die nähere Zukunft
Afghanistans.