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Popmusik ist immer gleich? Nachbericht zur Podiumsdiskussion

Popmusik ist immer gleich? Nachbericht zur Podiumsdiskussion

Popmusik ist immer gleich? Nachbericht zur Podiumsdiskussion

Knapp 50 musikinteressierte Studierende kamen letzten Mittwoch in den Genuss einer spannenden, teils hitzigen, oft lustigen Diskussionsrunde zwischen Dominik Republik (Bassist EMMA6), Daniel Loitz (CEO NB World), Dr. Volkmar Kramarz (Musikwissenschaftler Uni Bonn) und unserem Moderator Jonas Schulze Pals. Die deutsche und internationale Popmusik wurde aus den Perspektiven eines Künstlers, Plattenlabels und Wissenschaftlers (der sich ebenso gut mit der Perspektive des Künstlers identifiziert) beleuchtet. Kann der Popsong als Produkt betrachtet werden? Was hat es mit den Songwriting-Camps auf sich? Führt Popmusik gar zu einer Entdemokratisierung der Gesellschaft?

Immerhin sind politische Inhalte im Pop-Genre unerwünscht, und die Themen immer gleich. Zumindest für die Major-Labels sei das der Fall, welche die Freiheit der Künstler häufig zu ihren Gunsten einschränken, so Republik. Der Wechsel vom Major-Label zum kleineren Independent-Label war für seine Band wie eine Befreiung, auch wenn die Möglichkeiten nicht so vielfältig sind. Dafür kommen im Zeitalter der Digitalisierung neue Wege hinzu: Streaming-Dienste wie Spotify bieten auch weniger bekannten Bands eine Plattform, um ihre Musik zu publizieren – teilweise werden Plattenlabels gar nicht mehr gebraucht.

Kramarz kritisierte, Popmusik sei immer gleich: es seien bestimmte Patterns, bestimmte angenehme Akkorde, die nicht stören und nicht anecken und deswegen vom einem großen Teil der Gesellschaft gemocht werden. Im Radio wird dem Zuhörer kaum etwas anderes präsentiert. Auch die Produktion von Pop-Songs sei nicht so romantisch wie es sich so manch einer vorstellen mag – den Singer/Songwriter-Typ gibt es nur noch selten. Stattdessen wird aus Popmusik Fließbandarbeit: Während der sogenannten Songwriting-Camps produzieren einige Songwriter knapp 400 Songs für die großen Künstler, die sich anschließend ihre Favoriten aussuchen.

Loitz betonte, sein Label wolle vor allem Künstler jeglicher Art zusammenbringen, den Kontakt zwischen Singern und Songwritern herstellen und im Entstehungsprozess eines Songs als Berater unterstützen. Natürlich würde dabei der Pop-Song von Seiten des Labels als Produkt betrachtet – notwendigerweise – und manche Arten von Songs seien dafür eben besser geeignet. Die Frage sei hierbei aber: Will die Gesellschaft überhaupt etwas anderes als unpolitische Popmusik? Dient sie nicht eher als Glücksmoment gegenüber den meist eher negativen Nachrichtensendungen; ist sie nicht pure Unterhaltung? Das müsse wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Wir bedanken uns bei unseren drei Diskussionsteilnehmern und unserem Moderator für eine überaus interessante Gesprächsrunde und bei allen Studierenden, die am Mittwoch da waren!

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