Künstliche Intelligenz: Nur ein Algorithmus?

Künstliche IntelligenzIn einem waren sich die Experten vergangenen Dienstag in der Diskussion einig: Wenn man damit beginnt, eine Künstliche Intelligenz (KI) zu erschaffen, muss man ihr klare Regeln mit auf den Weg geben. Bei der Frage, wie realistisch dies ist, gingen die Meinungen allerdings weit auseinander.

Professor Dr. Heiner Stuckenschmidt vom Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz der Universität Mannheim betonte, dass eine KI auch nur ein Programm mit einem Algorithmus sei, dem man während dem Programmieren Ziele und Rahmenbedingungen mitgeben könne. Man erhalte aus der KI das, was man ihr im Code mit auf den Weg gebe.

Professor Dr. Jörg Siekmann war in der Hinsicht anderer Meinung. Seit Jahrzehnten forscht er zu dem Thema, inzwischen auch am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), und ist davon überzeugt, dass die KI irgendwann so gut werden, dass der Mensch dahinter unnötig wird. Schon heute seien Berechnungen und Algorithmen sehr viel schneller und besser im Entscheiden, vor allem in den Bereichen, die für den Menschen schwierig sind. Dazu gehörte auch das gezielte Töten von Menschen durch Drohnen, so der Wissenschaftler.

Die wachsende Bedeutung der KI wird uns allerdings laut Steffen Glomb (Chief Technology Officer von Clark.de) zuerst an anderer Stelle treffen: auf dem Arbeitsmarkt. Seine Anwendung übernimmt schon heute grundlegende Tätigkeiten von Versicherungsmaklern, in anderen Bereichen werden ähnliche Anwendungen nachziehen. Wir müssten uns für die Zukunft neue Wege und Tätigkeitsbereiche suchen, in denen wir noch immer den Computern überlegen seien. Professor Siekmann warf dabei ein, dass wir in Zukunft auf jeden Fall mehr Zeit hätten, dass sich aber heutige gesellschaftliche Probleme (wie die soziale Schere) morgen noch verschlimmern würden.

Alles in allem blickten die Experten zwiegespalten in die Zukunft. Einerseits läge es in unserer Hand, welche Entwicklungen die Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in den nächsten Jahren nehmen würde. Andererseits schloss Professor Siekmann mit dem Kommentar: „Maschinen werden die Kontrolle übernehmen. Die einzige Hoffnung ist, dass die genauer und besser sind als wir.“

Wir freuen uns, dass viele Studenten das Thema anscheinend genauso spannend fanden wie wir und während und im Anschluss der Veranstaltung noch viele Fragen an unsere Gäste hatten. Vielen Dank für euer Interesse!

Autorin: Larissa Haas